Elektronische Dampfgeräte wie die E-Zigarette und Tabakerhitzer wie IQOS verwenden unterschiedliche technische Verfahren zur Erzeugung von inhalierbarem Aerosol. Dieser Artikel beschreibt technische Eigenschaften, Funktionsweisen und ausgewählte wissenschaftliche Veröffentlichungen zu beiden Systemen.
Technische Funktionsweise von E-Zigaretten und IQOS
E-Zigaretten: Verdampfungssystem
E-Zigaretten sind batteriebetriebene Geräte zur Verdampfung von Flüssigkeiten, den sogenannten Liquids. Die Liquids bestehen üblicherweise aus Propylenglykol (PG), pflanzlichem Glycerin (VG), Aromastoffen und gegebenenfalls Nikotin. Das Verdampfungsprinzip basiert auf der Erhitzung der Flüssigkeit bei Temperaturen zwischen 100 und 250 Grad Celsius. Dabei entsteht ein Aerosol, das inhaliert wird.
Technische Merkmale:
- Verdampfung ohne offenen Verbrennungsprozess
- Variable Nikotinkonzentrationen (0 mg/ml bis 20 mg/ml, innerhalb der gesetzlichen Vorgaben)
- Verschiedene Aromazusammensetzungen verfügbar
- Betriebstemperatur: 100–250°C
- Wiederverwendbare Geräte mit austauschbaren Komponenten
Technische Anforderungen:
- Regelmäßiger Austausch von Verdampferköpfen (Coils)
- Akkuaufladung erforderlich
- Befüllung mit Liquid notwendig (bei nachfüllbaren Systemen)
IQOS: Tabakerhitzungssystem
IQOS ist ein Tabakerhitzungssystem des Herstellers Philip Morris International. Das Gerät verwendet speziell entwickelte Tabaksticks (HEETS). Der Tabak wird auf etwa 350 Grad Celsius erhitzt, ohne dass eine offene Verbrennung stattfindet. Das entstehende Aerosol wird inhaliert.
Technische Merkmale:
- Erhitzung von Tabak ohne offene Verbrennung
- Betriebstemperatur: etwa 350°C
- Verwendung proprietärer Tabaksticks (HEETS)
- Keine Aschebildung
- Batteriebetriebenes System
Technische Anforderungen:
- Ausschließliche Verwendung kompatibler HEETS-Tabaksticks
- Regelmäßige Reinigung des Erhitzungselements
- Akkuaufladung erforderlich
Wissenschaftliche Untersuchungen zu beiden Systemen
Studien zu E-Zigaretten
E-Zigaretten enthalten keine Verbrennungsprodukte wie Teer oder Kohlenmonoxid. Eine Veröffentlichung von Public Health England aus dem Jahr 2018 untersuchte die Schadstoffbelastung von E-Zigaretten im Vergleich zu Tabakzigaretten. Die Studie quantifizierte eine deutliche Reduktion bestimmter gemessener Schadstoffe gegenüber herkömmlichen Zigaretten und führte diese auf das Fehlen eines Verbrennungsprozesses zurück.
Eine 2022 in der Fachzeitschrift "Nicotine & Tobacco Research" veröffentlichte Studie untersuchte Langzeiteffekte von E-Zigaretten auf die Atemwege. Die Untersuchung dokumentierte Atemwegsreizungen bei langfristiger Nutzung, wobei die Belastung im Vergleich zu Tabakzigaretten geringer ausfiel. Die Autoren betonen gleichzeitig, dass weitere Langzeituntersuchungen erforderlich sind.
Einige Aromastoffe und die Erhitzung von Liquids können potenziell reizende Verbindungen freisetzen. Die Langzeitwirkungen werden weiterhin wissenschaftlich untersucht.
Studien zu IQOS
Eine 2020 in "Tobacco Control" veröffentlichte Studie analysierte die chemische Zusammensetzung von IQOS-Aerosolen. Die Untersuchung zeigte eine Reduktion bestimmter schädlicher Chemikalien im Vergleich zu Tabakzigaretten, allerdings nicht für alle Stoffgruppen in gleicher Höhe.
Eine Veröffentlichung in "The Lancet" aus dem Jahr 2021 untersuchte kardiovaskuläre Effekte von Tabakerhitzern. Die Studie dokumentierte geringere Auswirkungen auf ausgewählte Gefäßparameter im Vergleich zu Tabakzigaretten, weist jedoch ebenfalls darauf hin, dass Daten zu Langzeiteffekten begrenzt sind. IQOS enthält Tabak und Nikotin, sodass ein Abhängigkeitspotenzial besteht.
Vergleich technischer und wissenschaftlicher Parameter
| Parameter | E-Zigarette | IQOS |
|---|---|---|
| Funktionsprinzip | Verdampfung von Liquid | Erhitzung von Tabak |
| Betriebstemperatur | 100–250°C | ca. 350°C |
| Substrat | Propylenglykol, Glycerin, Aromastoffe, Nikotin | Tabak (HEETS) |
| Schadstoffreduktion (lt. ausgewählten Studien) | Deutliche Reduktion bestimmter gemessener Schadstoffe vs. Tabakzigaretten | Reduktion ausgewählter Chemikalien vs. Tabakzigaretten |
| Nikotinquelle | Liquid (variable Konzentrationen bis 20 mg/ml) | Tabak (HEETS) |
| Verbrennungsprodukte | Keine offene Verbrennung | Keine offene Verbrennung |
| Langzeitdaten | Begrenzt verfügbar | Begrenzt verfügbar |
Unterschiede in der Anwendung
E-Zigaretten: Flexibilität und Variabilität
E-Zigaretten bieten variable Nikotinkonzentrationen von 0 mg/ml bis 20 mg/ml (gesetzliche Obergrenze in der EU). Die Geräte sind in verschiedenen Bauformen verfügbar: Pod-Systeme, Vape Pens und Mod-Systeme. Die Betriebskosten variieren je nach Gerätetyp und Liquidverbrauch.
Verfügbare Aromarichtungen umfassen Tabak, Früchte, Menthol und weitere Geschmacksrichtungen. Die Geräte erfordern regelmäßige Wartung, einschließlich Coil-Austausch und Reinigung.
IQOS: Tabakbasiertes System
IQOS verwendet proprietäre HEETS-Tabaksticks. Die Geschmacksrichtungen basieren auf Tabak mit unterschiedlichen Aromavarianten. Das System nutzt Tabak als Ausgangsmaterial und liegt damit näher an klassischen Tabakprodukten. Die Betriebskosten pro HEETS-Stick sind von Preisstruktur und individueller Nutzung abhängig.
Das Gerät erfordert regelmäßige Reinigung des Erhitzungselements. Die Tabaksticks sind nicht wiederverwendbar und werden nach jedem Gebrauch entsorgt.
Verwendung und rechtliche Rahmenbedingungen
Beide Produktkategorien unterliegen in Deutschland dem Tabakerzeugnisgesetz (TabakerzG) und dem Jugendschutzgesetz (JuSchG). Der Verkauf ist ausschließlich an volljährige Personen gestattet. Nikotinhaltige Produkte können abhängig machen.
Die wissenschaftliche Datenlage zu Langzeiteffekten beider Systeme entwickelt sich kontinuierlich weiter. Die hier zitierten Studien stellen den Stand der Forschung zum Zeitpunkt ihrer Veröffentlichung dar. Neue Untersuchungen können zusätzliche oder abweichende Erkenntnisse liefern.
Quellenverzeichnis
Public Health England (2018): "Evidence review of e-cigarettes and heated tobacco products."
Nicotine & Tobacco Research (2022): "Long-term effects of e-cigarette use on respiratory health."
Tobacco Control (2020): "Chemical analysis of IQOS aerosol."
The Lancet (2021): "Cardiovascular effects of heated tobacco products."
Zusammenfassung
E-Zigaretten und IQOS verwenden unterschiedliche technische Verfahren zur Aerosolerzeugung. E-Zigaretten verdampfen Liquids bei Temperaturen zwischen 100 und 250 Grad Celsius, während IQOS Tabak bei etwa 350 Grad Celsius erhitzt. Beide Systeme vermeiden eine offene Verbrennung.
Wissenschaftliche Studien dokumentieren eine Reduktion ausgewählter Schadstoffe im Vergleich zu Tabakzigaretten, wobei Methodik, Stoffauswahl und Bewertungskriterien zwischen den Studien variieren. E-Zigaretten bieten variable Nikotinkonzentrationen und verschiedene Aromarichtungen, IQOS verwendet Tabaksticks mit tabakbasiertem Geschmacksspektrum.
Die Entscheidung für eines der Systeme ist eine individuelle Wahl und hängt von Präferenzen hinsichtlich Technik, Substrat, Handhabung und Kostenstruktur ab. Beide Produktkategorien sind ausschließlich für volljährige Personen bestimmt und unterliegen den gesetzlichen Bestimmungen des Tabakerzeugnisgesetzes und des Jugendschutzgesetzes. Die hier dargestellten Informationen stellen keine Empfehlung zum Einstieg in oder zur Fortführung des Konsums nikotinhaltiger Produkte dar.





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